Reisejournalist: Recherche im Ausland
Als Reisereporter ist man in erster Linie auch nur ein Journalist, der sein Handwerk beherrschen muss. Die Reisen in ferne Länder und das Kennenlernen fremder Kulturen machen nur einen vergleichsweise geringen Teil dieses Berufes aus. Eine gute Schreibe und etwas kulturwissenschaftliches Know-how sind auf jeden Fall vorausgesetzt. Doch wie genau wird man eigentlich Reisereporter? Gibt es diesbezüglich einen klassischen Werdegang?
Traumberuf Reisereporter
Es gibt für diese Tätigkeit genau genommen keinen vorgeschriebenen Werdegang oder eine spezielle Ausbildung. Viele Reisereporter sind Quereinsteiger und haben vorher zum Beispiel einen Beruf im kulturwissenschaftlichen Bereich ausgeübt.
Prinzipiell empfiehlt sich, ebenso wie für andere Berufe im journalistischen Tätigkeitsfeld, ein spezielles Studium. Man kann natürlich Journalistik im Hauptfach studieren, um sich alle Möglichkeiten offen zu halten, doch es werden vermehrt Leute gesucht, die Erfahrungen in einem speziellen Tätigkeitsfeld vorweisen können. Deshalb schreiben sich angehende Journalisten oft für Studienfächer wie Germanistik, Kunst, Kultur oder Politik ein. Für den Bereich der Reisejournalistik empfiehlt sich analog ein kulturwissenschaftliches Studium oder eine – wie auch immer geartete – Ausbildung im Bereich Tourismus. Man könnte sich auch auf ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Kultur spezialisieren und neben dem theoretischen Teil bereits praktische Reiseerfahrungen sammeln, die später als Referenz gewertet werden können.
Diese Erfahrungen werden sich nach dem Studium oder der Ausbildung als äußerst wichtig erweisen. In der Regel absolvieren Journalisten nämlich im Anschluss ein sogenanntes Volontariat, für das im Vorfeld allerdings auch schon Praktika, erste Veröffentlichungen und/oder sonstige Praxiserfahrungen vorausgesetzt werden. Idealerweise gelingt es einem schon während des Studiums, Beiträge in einem themenbezogenen Magazin zu veröffentlichen.
Romantische Vorstellungen ablegen
Als Reisereporter hat man es nicht immer leicht. Es gibt zwar einige Verlage und Fernsehsender, die festangestellte Mitarbeiter mit Auslandsrecherchen betreuen, doch in der Regel arbeitet ein Reisejournalist frei und muss sich zunächst einmal in seiner Berufssparte etablieren. Auch müssen die Reisen oft aus der eigenen Tasche bezahlt werden und auch wenn so eine Reise steuerlich absetzbar ist und dieser Tage sogar ein vmax Ultraleichtflugzeug über eine Supermartkette vertrieben wird, bleibt die Anreise – realistisch gesehen – in vielen Fällen ein unüberwindbares Problem. Auch ist das Einkommen nicht zu jeder Zeit gesichert, so dass viele freie Journalisten sich ein zweites Standbein suchen und die Reiseberichte immer nur dann machen, wenn es sich anbietet. Freie Reporter, die für 3 bis 5 Magazine schreiben, gehen oft noch einer Nebentätigkeit im PR-Bereich nach oder sind als Redakteur noch in einer Halbtagsbeschäftigung. Die romantischen Vorstellungen von einem sorgenfreien Leben als Weltenbummler treffen also leider nicht zu.